{"id":218,"date":"2016-07-20T22:13:00","date_gmt":"2016-07-20T20:13:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mv-alttann.de\/wp\/?page_id=218"},"modified":"2018-05-14T22:41:54","modified_gmt":"2018-05-14T20:41:54","slug":"chronik","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.mv-alttann.de\/wp\/?page_id=218","title":{"rendered":"Chronik"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #888888;\"><strong>AUS DER CHRONIK DES MUSIKVEREINS ALTTANN:<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p>Aus alten Akten ist ersichtlich, dass von Adolf Wei\u00df aus Wolfeggerberg 1922 eine Kapelle aufgestellt worden war. Als Gr\u00fcndungsjahr f\u00fcr den Musikverein Alttann gilt aber das Jahr 1923. Zu diesem Zeitpunkt wurde n\u00e4mlich ein ordentlicher Verein mit aktiven und passiven Mitgliedern gegr\u00fcndet. Der Zweck dieser Vereinsgr\u00fcndung war vor allem die Pflege der deutschen Musik und die Mitwirkung bei \u00f6rtlichen und nationalen sowie kirchlichen Feiern. Die einzige, uns bekannte schriftliche Unterlage von damals, ist eine von Albert Schneider handschriftlich verfasste Satzung. Dieses erste Vereinsstatus ist unterzeichnet von Albert Schneider, als 1. Vorstand Eugen Hage, als Kassier Baptist Vogler und Meinrad Gapp, als Ausschussmitglieder.<\/p>\n<p>Folgende Geschichte, die aber nicht erfunden, sondern wahr ist, zeigt, dass der oben erw\u00e4hnte Adolf Wei\u00df ein ganz gro\u00dfer Idealist war. Das Haus dieses Wei\u00df hatte noch ein altes Strohdach und sollte mit Dachplatten, die bereits gekauft waren, neu gedeckt werden. Nachdem Adolf Wei\u00df dann aber erfuhr, dass bei einer aufgel\u00f6sten Ulmer Milit\u00e4rkapelle gebrauchte Musikinstrumente zu erwerben waren, verkaufte er kurzerhand seine Platten wieder und f\u00fcr dieses Geld &#8211; sicherlich auch recht sauer verdient &#8211; erstand er diese Instrumente und somit waren die materiellen Voraussetzungen f\u00fcr den Anfang vorhanden. Hier kann man wirklich von einem wahren Idealismus sprechen und die Frage sei in diesem Zusammenhang erlaubt, wer w\u00fcrde heute wohl noch zu einer solchen Tat bereit sein?<\/p>\n<p>Schon 1924 z\u00e4hlte der Verein dann bereits 13 aktive Mitglieder und zur Verf\u00fcgung standen ihnen 2 Klarinetten, 3 H\u00f6rner, 3 Pistons, 1 Corno, 1 Pauke, 1 Posaune, 1 Bass. Die Zahl der passiven Mitglieder wurde in diesem Jahr schon mit 63 ausgewiesen, davon 27 aus Alttann, 26 von H\u00f6ll und Bainders und 10 aus Gaishaus. Der Jahresbeitrag der passiven Mitglieder betrug damals 50 Pfennig, im Vergleich zu heute auch schon ein ganz ansehnlicher Betrag.<\/p>\n<p>Am 1. Februar 1934 trat der Verein dem S\u00fcddeutschen-Musiker-Verband bei. Dem jungen Verein gelang es sehr bald, das Zusammenleben in der Gemeinde wesentlich zu bereichern und gar manches Fest zu versch\u00f6nern. So trug die Musikkapelle zu einem nicht geringen Teil zur Gestaltung des 50-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums des Veteranenvereins bei, welches 1933 gefeiert wurde. \u00dcberhaupt scheint die Zusammenarbeit mit dem Veteranenverein sehr gut gewesen zu sein. So veranstalteten zum Beispiel der Kriegerverein und die Musikkapelle allj\u00e4hrlich im Sommer ein kleines Fest bei Wirt Gaupp in Gaishaus. Interessant dabei ist, dass sich beide Vereine bei dem Gasthaus zur Traube in Alttann aufstellten und dann mit Marschmusik gemeinsam in Richtung Gaishaus abmarschierten.<\/p>\n<p>Die Gartenkonzerte in der &#8222;Rose&#8220; und der &#8222;H\u00f6llwirtschaft&#8220; wurden von der Bev\u00f6lkerung als willkommene Unterhaltung dankbar aufgenommen. Manches Konzert wurde auch gemeinsam mit dem im Jahre 1927 gegr\u00fcndeten Liederkranz veranstaltet; leider wurden dar\u00fcber aber keine Aufzeichnungen gef\u00fchrt. Schon in den ersten Jahren der Gr\u00fcndungszeit, in den Jahren 1926 und 1927, wurden bereits Faschingsumz\u00fcge organisiert. Diese Umz\u00fcge erfreuten sich einer sehr gro\u00dfen Beliebtheit bei der Bev\u00f6lkerung und alt und jung nahmen daran in sehr gro\u00dfer Zahl teil, und oft konnten recht originelle Fastnachtswagen im Umzug mitgef\u00fchrt werden. An diese Tradition wurde auch in j\u00fcngster Zeit immer wieder angekn\u00fcpft.<\/p>\n<p>Aber auch zur Versch\u00f6nerung der kirchlichen und weltlichen Feste trug die Musikkapelle ihren Anteil bei. In all den vergangenen Jahren hat die Kapelle bei vielen freudigen und auch ernsten Anl\u00e4ssen mitgewirkt: am Wei\u00dfen Sonntag die Kommunionkinder feierlich ins Gotteshaus begleitet, die Prozessionen musikalisch umrahmt, viele Hochzeitspaare zum Traualtar angef\u00fchrt und den Brauttanz gespielt, gar manchen Jubilar mit einem netten St\u00e4ndchen erfreut und geehrt und aber auch viele zur letzten Ruhe geleitet. Man kann sich das Dorf Alttann ohne seine Musikkapelle gar nicht mehr vorstellen. Und\u00a0 wenn auch mal recht b\u00f6se Zeiten kamen und es um denVerein und seine Kapelle schlecht bestellt war, gab es immer wieder M\u00e4nner, die tatkr\u00e4ftig f\u00fcr die Vereinssache eintraten, und es ging weiter.<\/p>\n<p>Nicht nur im Heimatdorf selber, sondern auch au\u00dferhalb war die Kapelle aktiv. Gar manche Musikfeste in der Umgebung wurden besucht. So waren die Alttanner am 24. Juli 1932 bei der Fahnenweihe in R\u00f6tenbach. Am 14. Juli 1935 nahm die Kapelle am ersten Volksmusiktag in Wurzach teil, trat dort erstmals zum Wertungsspiel mit an und erzielte dabei die Note &#8222;gut&#8220; in der Anf\u00e4ngerstufe. Die Freude \u00fcber diesen ersten sch\u00f6nen Erfolg war so gro\u00df, dass die heimkehrenden Musiker vom Veteranenverein am Sonntagabend mit der Fahne vom Bahnhof abgeholt wurden.<\/p>\n<p>Im Jahre 1935 wurde das Musikfest in Bergatreute besucht, dann das Musikfest in Reute und 1939 in Waldsee.<\/p>\n<p>Dann brach der m\u00f6rderische zweite Weltkrieg aus. Viele Musiker wurden zum Wehrdienst eingezogen und den Menschen zu Hause war es nicht zum Festen zumute. Bis zum Ende dieses verheerenden Krieges waren folgende Kameraden den Heldentod gestorben.<\/p>\n<p>Alois Frick, Gaishaus<br \/>\nGeorg Mayer, Alttann<br \/>\nGebhard Motz, Alttann<br \/>\nKarl Motz, Alttann<br \/>\nStefan Ringer, Alttann<br \/>\nWilhelm Wei\u00df, Alttann<\/p>\n<p>Im Oktober 1943 waren es dann noch zwei aktive Mitglieder; die Kapelle wurde aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>NEUBEGINN:<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Als die \u00e4rgste Not nach dem Krieg \u00fcberwunden war, erwachte auch wieder das Interesse f\u00fcr die Blasmusik. Verschiedene \u00e4ltere Musiker und musikbegeisterte junge Leute fanden sich zusammen und begannen mit den noch vorhandenen Instrumenten langsam mit der Probearbeit. Als dann nach und nach noch weitere Musikanten von der Gefangenschaft heimgekehrt waren, konnte die Kapelle wieder neu gegr\u00fcndet werden. Das war damals, so kurz nach dem verlorenen Kriege, mit allerhand Schwierigkeiten verbunden. So musste, nur um ein Beispiel zu nennen, zur Abhaltung einer Versammlung \u00fcber das Landratsamt eine\u00a0Genehmigung bei der franz\u00f6sischen Milit\u00e4rkommandantur in Ravensburg eingeholt werden . Der Antrag dazu musste in franz\u00f6sischer Sprache abgefasst sein.<br \/>\nAm 8. September 1948 konnte dann der Verein wieder ins Leben gerufen werden. Und mit neuem Mut ging es an die Arbeit(&#8230;)<\/p>\n<p>(&#8230;)Um die Finanzen des Vereins etwas aufzubessern &#8211; denn so kleine Verein mit verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenig passiven Mitgliedern haben eben ihre Sorgen-, wurde vereinbart, dass zwischen den Feiertagen Weihnachten und Dreik\u00f6nigsfest Theaterst\u00fccke zur Auff\u00fchrung gelangen sollten. Das erste dieser Theaterst\u00fccke wurde dann zu Weihnachten 1949 im Zusammenwirken mit dem Alttanner Kirchenchor durchgef\u00fchrt. Und dieses St\u00fcck, mit dem Titel, &#8222;Der schwarze Herrgott&#8220;, hatte einen so gro\u00dfen Erfolg, dass am 14. Januar 1950 im Postsaaal zu Wolfegg ebenfalls eine Auff\u00fchrung stattfand. Diese Theaterauff\u00fchrungen wurden dann bis 1953 beibehalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Chronik wurde aus der Festschrift &#8222;14. Bezirksmusikfest &#8222;Schussen&#8220; vom 28. Mai bis 1. Juni 1997 in Alttann Gemeinde Wolfegg&#8220; entnommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>AUS DER CHRONIK DES MUSIKVEREINS ALTTANN: Aus alten Akten ist ersichtlich, dass von Adolf Wei\u00df aus Wolfeggerberg 1922 eine Kapelle aufgestellt worden war. Als Gr\u00fcndungsjahr f\u00fcr den Musikverein Alttann gilt aber das Jahr 1923. Zu diesem Zeitpunkt wurde n\u00e4mlich ein ordentlicher Verein mit aktiven und passiven Mitgliedern gegr\u00fcndet. 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